Tag Archives: Solidarität

Internationaler Tag der Solidarität mit intergeschlechtlichen Menschen

8 Nov

PRESSEMITTEILUNG zum 8.11.2011

von TransInterQueer e.V. und der Internationalen Vereinigung intergeschlechtlicher Menschen (IVIM)

www.transinterqueer.orghttp://www.intersexualite.de

Internationaler Tag der Solidarität mit intergeschlechtlichen Menschen

Anlässlich des internationalen Tags der Solidarität mit intergeschlechtlichen Menschen am 8. November blicken wir zurück auf ein ereignisreiches Jahr:

+++ Der Deutsche Ethikrat beschäftigt sich mit der Situation intersexueller Menschen und soll der Bundesregierung bis Jahresende einen Bericht dazu vorlegen. Die Bundesregierung ist ihrerseits bereits 2008 vom UN-Ausschuss CEDAW verpflichtet worden, binnen zwei Jahren aktiv zu werden, um die Menschenrechtsverletzungen an Inter* zu beenden. Es steht zu hoffen, dass der dringende Handlungsbedarf, der in der Ethikrat-Anhörung am 8. Juni festgestellt wurde, zu konkreten Veränderungen führt.

+++ Vom 3. bis 5. September fand das weltweit erste internationale Intersex Organisationsforum in Brüssel statt, unterstützt von der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA) und von ILGA-Europe. Dieses historische Ereignis brachte erstmals 24 Aktivist_innen von 17 Intersex-Organisationen aller Kontinente zusammen. Das Forum einigte sich auf drei Basisforderungen:

  1. Beendigung der verstümmelnden und „normalisierenden“ Eingriffe wie Genitaloperationen, psychologischer und anderer medizinischer Behandlungen sowie der Praxis der Kindstötung und selektive Abtreibung (aufgrund von Intergeschlechtlichkeit) in manchen Teilen der Welt.
  2. Die Gewährleistung der persönlichen, freien, vorherigen und vollständig informierten Einwilligung des_der Betroffenen als verpflichtende Voraussetzung für alle medizinischen Verfahren und Behandlungsrichtlinien.
  3. Schaffung und Förderung von unterstützenden, sicheren und wertschätzenden Orten für intergeschlechtliche Menschen und diejenigen, die ihnen nahe stehen.

+++ Zu unserer ersten Berliner Inter*-Tagung, die vom 7. bis 9. Oktober stattfand, reisten Menschen aus ganz Deutschland an. Auch auf diesem Kongress stand erstmals nicht der Selbsthilfe-Aspekt, sondern die Verständigung über gemeinsame politische Forderungen im Vordergrund.

Während diese Aktivitäten eindringlich zeigen, dass die Situation intergeschlechtlicher Menschen politisch und gesellschaftlich angegangen werden muss, fahren Mediziner_innen fort, geschlechtliche Vielfalt zu pathologisieren und unsichtbar zu machen. So auch auf der 6. Gemeinsamen Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaften für Pädiatrische Endokrinologie und Pädiatrische Diabetologie, die vom 11. bis 13. November in der Berliner Charité stattfinden wird. Dort wird erneut Intersexualität als behandlungsbedürftige Krankheit und als monströse Erscheinung verhandelt.

Der Ignoranz und der Definitionsmacht der Medizin muss ein Ende gesetzt werden – Schluss mit den Menschenrechtsverletzungen!

Advertisements

Anmeldung zur ersten Berliner Inter*Tagung jetzt möglich

9 Sep

Zur Anmeldung hier klicken

Liebe Interessierte und Sich-Anmeldende,

folgendes müsst Ihr über die Anmeldung zur Tagung wissen:

Es gibt zwei Bereiche bei dieser Tagung, die unterschiedliche Zeitfenster belegen. Einen größeren für Menschen, die Inter* sind (egal, ob mit oder ohne medizinischer Diagnose) und ihre Angehörigen. Und einen kleineren, der ebenfalls offen ist für unsere Verbündeten und alle interessierten Nicht-Inter*-Personen, die gerne mehr zum Thema Intergeschlechtlichkeit erfahren möchten.

Die beiden Bereiche sind im Programm farbig gekennzeichnet. Der Grund für diese Aufteilung ist, dass wir Inter*-Personen und ihren Angehörigen einen Schutzraum bieten möchten, in dem sie sich austauschen und auch über schmerzhafte Dinge unbefangen mit Menschen reden können, die – zumindest möglicherweise – ihre Erfahrungen teilen.

Der Unkostenbeitrag für die Teilnahme an unserer Tagung beträgt 10-30 € nach Selbsteinschätzung (bzw. 5-25 € für Mitglieder von IVIM und TrIQ e.V.).

Dieser Beitrag beinhaltet

… bei Teilnahme am geschlossenen Bereich (nur für Inter*-Personen und Angehörige):

Zutritt zu allen Veranstaltungen von Fr-So
Snacks am Freitag, warmes Mittagessen Sa + So, Getränke Fr-So

… bei Teilnahme nur am offenen Bereich (für alle Interessierten):

Zutritt zu den Veranstaltungen am Samstag ab 16:00 und Sonntag ab 14:00
Getränke Sa + So, Kaffee und Kuchen So

Anmeldung

Da wir nur über eine begrenzte Anzahl von Plätzen verfügen, müssen wir Euch um Voranmeldung bitten. Das gilt ganz besonders für den geschlossenen Bereich. Bitte schreibt uns deshalb möglichst bald per Email (info@intertagung.de), ob ihr am offenen oder geschlossenen Bereich teilnehmen möchtet und unter welchem Namen – nur für unsere interne Anmeldeliste. Wir bitten um Verständis dafür, dass die Anmeldung erst durch eine rechtzeitige Überweisung des Tagungsbeitrags verbindlich wird.

Unser Tagungskonto:
Kontoinhaber_in: Katrin Nowak
Kto.Nr.: 1060 2198 63
BLZ: 100 500 00

Im Verwendungszweck bitte „Tagungsbeitrag“ und Deinen Namen angeben.

Deadline für die Überweisung ist der 1. Oktober 2011. Bei späterer Zahlung können wir eine Teilnahme leider nicht garantieren.

Schwierigkeiten?
– Falls Dir eine Überweisung unangenehm ist, weil Du lieber vollständig anonym bleiben möchtest, oder
– wenn Du den Unkostenbeitrag nicht aufbringen kannst:
wende Dich bitte frühzeitig und vertrauensvoll per Email an uns. Wir finden eine Lösung!

Diskretion und Anonymität
Selbstverständlich werden weder Namen noch sonstige persönlichen Daten oder Informationen von Teilnehmenden weitergegeben. Wer darüber hinaus lieber nicht unter dem eigenen Namen auftreten möchte, ist herzlich eingeladen, sich mit Pseudonym oder Spitznamen anzumelden.

WELTWEIT ERSTES INTERNATIONALES INTERSEX FORUM

9 Sep

Pressemitteilung (for english scroll down)

5. September 2011
Brüssel, Belgien

WELTWEIT ERSTES INTERNATIONALES INTERSEX FORUM

In Brüssel fand vom 3. bis 5. September 2011 das weltweit erste internationale Intersex Organisationsforum statt. Dieses historische Ereignis brachte 24 Aktivist_innen von 17 Intersex-Organisationen aller Kontinente zusammen.

Weltweit sind intergeschlechtliche Personen unmenschlichen und entwürdigenden körperverändernden Operationen und Hormonbehandlungen ausgesetzt, die ohne ihre persönliche Zustimmung geschehen. Diese Eingriffe werden durch die Medizin bestimmt und befinden sich außerhalb rechtlicher Regelungen. Diese Praktiken finden statt, um die Genitalien und Körper intergeschlechtlicher Menschen zu „normieren“ und an die binäre Geschlechterordnung von Männern und Frauen anzupassen. Die Pathologisierung von intergeschlechtlichen Menschen führt zu groben Menschenrechtsverstößen und verletzt ihre körperliche Unversehrtheit und Menschenwürde.

Das Forum einigte sich auf Forderungen, um die Diskriminierung intergeschlechtlicher Menschen zu beenden und ihre Rechte auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung zu gewährleisten:

 

  1. Beendigung der verstümmelnden und „normalisierenden“ Eingriffe wie Genitaloperationen, psychologischer und anderer medizinischer Behandlungen sowie der Praxis der Kindstötung und selektive Abtreibung (aufgrund von Intergeschlechtlichkeit) in manchen Teilen der Welt.
  2. Die Gewährleistung der persönlichen, freien, vorherigen und vollständig informierten Einwilligung des_der Betroffenen als verpflichtende Voraussetzung für alle medizinischen Verfahren und Behandlungsrichtlinien.
  3. Schaffung und Förderung von unterstützenden, sicheren und wertschätzenden Orten für intergeschlechtliche Menschen und diejenigen, die ihnen nahe stehen.

Dieses neue informelle Netzwerk wird sich für die Wahrung der Menschenrechte von Intergeschlechtlichen auf internationaler, regionaler und nationaler Ebene einsetzen. Das nächste Treffen des Organisationsforums soll Ende 2012 stattfinden.

Das Organisationsforum wurde von ILGA (International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association) und ILGA-Europe, unterstützt und gesponsert. Das Forum hat bereits Kooperationsverhandlungen mit Vertreter_innen von TGEU (Transgender Europe) und IGLYO (International Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender and Queer Youth and Student Organsiation) aufgenommen und wird breite Allianzen mit anderen Menschenrechts- und Gleichberechtigungs-Organisationen bilden, die sich für die Rechte von Frauen, die Rechte indigener Menschen und die Rechte von behinderten Menschen einsetzen.

ENDE

Kontakt für weitere Informationen:

Afrika:
Sally Gross +27 827884205 coordinator@intersex.org.za

Lateinamerika:
Mauro Isaac Cabral +54 (9) 351 5589876 maulesel@gmail.com

Nordamerika:
Jim Bruce +1 707-793-1190 jim@aiclegal.org

Asien:
Hiker Chiu, +886 0923868653 hiker@oii.tw

Australien und pazifischer Raum:
Gina Wilson +61 418290336 or +61 2 97499989 oiiaustralia@bigpond.com

Europa:
Del LaGrace Volcano +46 7626 88 312 or +46 19 33 52 03 dellagracevolcano@me.com

International:
Sebastian Rocca (ILGA) +32 471 80 20 99 director@ilga.org
Silvan Agius (ILGA-Europe) +32 2 609 54 17 or +32 496 708 370 silvan@ilga-europe.org

Beiträge zur ersten Berliner Inter*Tagung gesucht!

2 Aug


Aktuell von der I
nternationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen (IVIM / OII-Germany):

Liebe Inter*personen, intergeschlechtliche und intersexuelle Menschen, Hermaphroditen, Zwitter und Herms, Angehörige und Verbündete,

Wir – IVIM und TrIQ – laden euch herzlich ein, eure Beiträge und Vorschläge zur ersten Inter*Tagung “Inter*Aktion” einzureichen, die wir vom 7. bis 9. Oktober in Berlin organisieren. Das Programm wollen wir mit möglichst vielen von euch gemeinsam gestalten, deshalb freuen wir uns auf eure Workshop- und Vortragsangebote und sonstige Ideen.

Wer wir sind und was wir mit dieser Tagung wollen könnt ihr hier und (sehr bald) auf unserer Website www.intertagung.de nachlesen, dort findet ihr auch weitere Informationen.

Um einen Workshop anzubieten braucht ihr keine Erfahrung als Referent_in, nur etwas Mut und ein interessantes Thema. Wir können für Vortragende und Workshopleiter_innen von außerhalb Berlins Unterkunft und einen Fahrtkostenzuschuss bereitstellen. Außerdem ist die Teilnahme an der Tagung für Vortragende und Workshopleiter_innen kostenlos.

Zum Programm hätten wir einige Ideen, die zur Anregung dienen können:

Vorträge oder Podiumsdiskussionen zu Recht und Gesetz, Medizinkritik, Aktivismus und Erfahrungen;
Selbsthilfeworkshops und Erfahrungsaustausch (zu Gesundheitsfragen, Alltagsfragen, Coming out, Empowerment, Workshops für Eltern und Angehörige);
Aktivistische Workshops zur Bearbeitung von Inhalten (z.B. zur Entwicklung einer „Betroffenengeleiteten Studie zur Lebenssituation intergeschlechtlicher Menschen”; Strategien für eine starke Inter*Bewegung; Was hat Krankheitswert, was ist gesundes Inter*sein?; Was wünschen wir uns?)

Schicken könnt ihr alles ab sofort und bis allerspätestens zum 21. August an unsere Adresse info@intertagung.de, wir melden uns dann baldmöglichst zurück.

Diesen Aufruf bitte ungehemmt weiterleiten. Wir freuen uns über alle Vorschläge!

Vorfreudige Grüße vom Orgateam aus Berlin

www.intertagung.de
www.intersexualite.de
www.transinterqueer.org

Herms gegen Hass!

5 Aug

Wir von GFN solidarisieren uns mit den Opfern des Hassverbrechens in Tel Aviv!

Der Hass auf Menschen die anders lieben, leben, fühlen oder einfach anders sind als es die heteronormativen Vorstellungen weltweit erlauben, geht auch uns intergeschlechtliche Menschen an!

SMASH Homophobia – Transphobia – Interphobia WORLDWIDE!

Demo Berlin 4.8.2009 Gegen Hassverbrechen Tel Aviv

Demo Berlin Gegen das Hassverbrechen in Tel Aviv

Demo Berlin Gegen das Hassverbrechen in Tel Aviv

Hier die Ankündigungstext zur Demo am 4.8. in Berlin (von Gloria Viagra):

GEGEN HOMOPHOBIE – SOLIDARITÄT MIT DEN OPFERN DES ANSCHLAGS IN TEL AVIV

Mit Entsetzen,Trauer und Wut haben wir von dem Anschlag auf das lesbisch-schwule-transgender (LGTQ)-Zentrum in Tel Aviv erfahren.
Dort hat ein maskierter Mann am Samstag Abend die dortige Jugendgruppe überfallen und wahlos mit einem Maschinengewehr auf die Teenager geschossen.
Eine 17jährige und ein 24jähriger starben, 15 weitere wurden z.T. schwer verletzt.
Der Mann konnte unerkannt entkommen. Er versuchte noch in eine weitere Schwulenbar einzudringen, wurde aber vom dortigen Sicherheitspersonal abgewehrt.

Auch wenn noch nicht klar ist, aus welchem Kreis der Mörder kommt, ist eines klar :
Dieser Anschlag ist ein ganz gezielt Hassverbrechen. Ein Verbrechen gegen die LGT-Szene.
Im Gegensatz zum religiösen Jerusalem ist Tel Aviv als sehr offen-liberale und homofreundliche Metrople bekannt, umso größer die Betroffenheit dort.
Aber es kommt nicht von ungefähr: So wird unter der neuen konservativen Regierung allgemein ein Klima gegen Minderheiten geschürt, so gegen Homosexuelle und Flüchtlinge.
Die ultra-religöse Schass-Partei hetzt seit Jahren aufs Übelste gegen Homosexuelle, ihr religiöser Führer rief 2005 anlässlich des CSDs in Jerusalem sogar zum Mord auf; ohne Konsequenzen.

Unser ganzes Mitgefühl gilt den Betroffenen und Angehörigen, unsere Solidarität der LGTQ-Szene in Israel !!!!

Zeigt eure Wut und Trauer !!!

SMASH HOMOPHOBIA WORLDWIDE !!!!

%d Bloggern gefällt das: